Geldfresser

Wie du aufhörst, aus Langeweile Geld auszugeben

Nichts zu tun, Handy in der Hand, und plötzlich ist ein Paket unterwegs. Shoppen aus Langeweile ist einer der häufigsten Geldfresser – und einer, den du am leichtesten loswirst.

Langeweile ist einer der hinterhältigsten Kauf-Trigger überhaupt. Sie fühlt sich nicht wie eine Emotion an, also auch nicht wie emotionales Shoppen. Du scrollst nur, dann stöberst du, dann „schaust du nur mal“, und dann kommt eine Bestellbestätigung für etwas, von dem du vor einer Stunde noch nicht wusstest, dass es existiert.

Warum aus Langeweile Shopping wird

  • Shoppen ist Neuheit auf Abruf. Neue Produkte, neue Angebote, neue Möglichkeiten: genau das, wonach ein gelangweiltes Gehirn sucht.
  • Vorfreude fühlt sich gut an. Aussuchen, Bestellen und auf die Lieferung warten geben dir etwas, worauf du dich freuen kannst.
  • Dein Handy ist ein Laden. Social-Media-Feeds sind voller Produkte und Bezahlen per Fingertipp, also wohnen Langeweile und Shopping jetzt am selben Ort.

Langeweile oder echter Bedarf?

Schnelltest: Hast du gezielt nach genau diesem Ding gesucht, oder hat es dich beim Scrollen gefunden? Wenn du dich nicht erinnern kannst, es gewollt zu haben, bevor du es gesehen hast, und du kaum sagen könntest, welches Problem es löst, dann ist das Shoppen aus Langeweile.

9 Wege, nicht mehr aus Langeweile Geld auszugeben

  1. Schreib eine „Langeweile-Liste“. Zehn kostenlose oder günstige Dinge, die dir Spaß machen. Wenn die Langeweile zuschlägt, such dir eins davon aus, bevor du einen Shop öffnest.
  2. Verbanne Shopping-Apps vom Home-Bildschirm oder lösch sie. Wer zum Handy greift, sollte nicht direkt im Laden landen.
  3. Entfolge Accounts, die vor allem Produkte zeigen, damit dein Feed kein Katalog mehr ist.
  4. Geh raus. Ein Spaziergang ist kostenlos und verändert deine Stimmung schneller als ein Kauf.
  5. Fang etwas an, das du selbst machst, statt es zu kaufen: kochen, zeichnen, bauen, schreiben, etwas reparieren.
  6. Ruf jemanden an oder schreib eine Nachricht. Hinter viel Langeweile steckt eigentlich der Wunsch nach Kontakt.
  7. Nutze die Bibliothek für Bücher, Filme und manchmal Spiele, und das umsonst.
  8. Setz es auf eine Wunschliste statt in den Warenkorb, und entscheide morgen. Das ist die 24-Stunden-Regel.
  9. Notiere deine Langeweile-Käufe zwei Wochen lang. Die Summe zu sehen, ist oft schon die Heilung. Probier das Tagebuch für Impulskäufe aus.

Plane deine Langeweile-Hotspots ein

Langeweile-Käufe häufen sich meist zu bestimmten Zeiten: Sonntagnachmittage, lange Pendelstrecken, Abende auf dem Sofa, die Stunde nach Feierabend. Wenn du deine kennst, kannst du für diese Zeit etwas einplanen, damit der Drang gar nicht erst aufkommt. Späte Nächte sind ein Sonderfall; wir haben darüber geschrieben, wie du nachts mit Impulskäufen aufhörst.

Wenn Langeweile gar keine Langeweile ist

Manchmal steckt hinter „gelangweilt“ etwas anderes: Stress, Einsamkeit oder Niedergeschlagenheit. Wenn Shoppen zu deiner wichtigsten Art geworden ist, mit diesen Gefühlen umzugehen, lohnt es sich, mit jemandem zu reden, sei es mit Freunden, einer Beratungsstelle oder einem Arzt. Und wenn die Käufe zu Schulden führen, kann dir eine gemeinnützige Schuldnerberatung helfen, wieder auf Kurs zu kommen.

Next Paycheck ist ein Tool für Budgetplanung und Ausgabendisziplin, keine Bank und kein Finanzberater. Diese Seite bietet allgemeine Informationen zu Bildungszwecken und ist keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung: Deine Situation ist individuell, also denk vor größeren Geldentscheidungen daran, dich an eine qualifizierte Fachperson zu wenden. Wenn dir Schulden über den Kopf zu wachsen scheinen, kann eine gemeinnützige Schuldnerberatung helfen, und wenn sich dein Einkaufen außer Kontrolle anfühlt oder dich belastet, lohnt es sich, mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson für psychische Gesundheit zu sprechen.